Der Auslöser kam schleichend. Anna Berger, verantwortlich für E-Commerce und Marketing, bemerkte im Reporting, dass gut laufende Kampagnen zwar Traffic brachten, aber die Conversion hinter den Erwartungen blieb. Gleichzeitig häuften sich im Support Hinweise wie „auf dem Handy schwer zu bedienen“ oder „Produkte schlecht auffindbar“. Technisch lief der Shop stabil – die Kennzahlen zeigten jedoch steigende Absprungraten, vor allem mobil.
Besonders sichtbar wurde das Problem bei einem Produktlaunch: hohe Reichweite, viele Besucher – aber deutlich weniger Verkäufe als geplant. Die Analyse zeigte, dass Nutzer früh ausstiegen – auf Kategorieseiten, Produktseiten oder im Checkout. Der Shop unterstützte die Customer Journey nicht ausreichend, obwohl Marke und Marketing bereits weiterentwickelt waren.
Für Anna wurde klar: Es ging nicht um einzelne Fehler, sondern um strukturelle Themen. Gewachsene Kategorien, ein veraltetes Design und Schwächen in der UX führten zu Reibung. Die Entscheidung für einen Shopware Relaunch fiel daher nicht aus Innovationsdrang, sondern aus der Notwendigkeit, den Shop wieder an Nutzererwartung, Marke und Wachstum anzupassen.
Das Unternehmen ist ein etablierter Markenhersteller im Lifestyle-Segment mit klarer Positionierung und wachsender Community. Marketing und Produktentwicklung waren konsistent modern ausgerichtet. Der Shop hingegen bildete diese Markenidentität nicht ab.
Typische Probleme im bestehenden Shopware Setup:
Besonders deutlich wurde die Situation bei Produktlaunches: Trotz hoher Reichweite führte der Traffic nicht zu entsprechenden Conversions. Die Customer Journey war nicht durchgängig optimiert. Im Ergebnis wurde der Shop zu einem Bottleneck im E-Commerce-Funnel.
Im internen Entscheidungsprozess wurde deutlich: Einzelne Optimierungen würden nicht ausreichen.
Ziel war ein ganzheitlicher Shopware Relaunch, der folgende Anforderungen erfüllt:
Für die Umsetzung wurde ein strukturierter Relaunch-Prozess mit externer Unterstützung (keeen) aufgesetzt.
Zu Beginn stand die Auswertung bestehender Daten:
Parallel wurde die Markenbasis analysiert:
Ziel: Ableitung klarer Anforderungen für UX, Design und Struktur.
Die bestehende Struktur wurde grundlegend überarbeitet.
Maßnahmen:
Eine klare Informationsarchitektur ist ein zentraler SEO- und UX-Faktor, da sie:
Im nächsten Schritt wurde das neue Design entwickelt.
Schwerpunkte:
Der Fokus lag auf funktionalem Design:
Besonders im Mobile Commerce wurde optimiert:
Die Umsetzung erfolgte innerhalb von drei Monaten mit Fokus auf Stabilität und Performance.
Kernbestandteile:
Ein wichtiger Aspekt war die Reduktion technischer Altlasten:
Nach dem Go-live zeigten sich deutliche Verbesserungen:
Die Verbesserungen lassen sich vor allem auf folgende Faktoren zurückführen:
Auch qualitative Effekte wurden sichtbar:
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Projekt:
Ein Shop sollte die Markenpositionierung klar transportieren. Ein generischer Auftritt führt zu geringerer Differenzierung im Wettbewerb.
Design ist funktional zu verstehen – nicht rein visuell. Gute UX reduziert Reibung und unterstützt Kaufentscheidungen.
Ein Großteil des Traffics entsteht mobil. Entsprechend muss der Shop primär für diese Nutzung optimiert sein.
Gewachsene Strukturen und unnötige Erweiterungen reduzieren Performance und Wartbarkeit.
Suchmaschinenoptimierung basiert nicht nur auf Keywords, sondern vor allem auf:
Für Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen lassen sich folgende Schritte ableiten:
Zuerst Nutzerverhalten und bestehende Schwächen verstehen, dann Gestaltung entwickeln.
Informationsarchitektur und Content-Struktur sind die Basis für UX und SEO.
Ein Shop sollte intuitiv nutzbar sein und Orientierung bieten – unabhängig vom Endgerät.
Ein Shopware Relaunch ist kein rein technisches Update, sondern eine strategische Weiterentwicklung im digitalen Vertrieb. Der dargestellte Fall zeigt: Ein stabiler Shop reicht nicht aus, wenn er Anforderungen an UX, Marke und Performance nicht erfüllt.
Mit einer klaren Struktur, optimierter User Experience und konsistenter Markenführung kann ein Relaunch messbare Effekte erzielen — sowohl in Conversion als auch im organischen Wachstum.
Ein Relaunch sollte daher als gezielte Investition in Skalierbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit im E-Commerce verstanden werden.