Shopware B2B-Funktionalitäten

Als ein einziger Klick 40 Jahre Papierkram ersetzte: Die Geschichte, wie ein Industrieunternehmen mit Shopware B2B endlich digital wurde

Fallbeispiel, fiktiv: Vom papierbasierten Vertrieb zur digitalen B2B-Struktur

Es war ein regnerischer Dienstag im Januar 2024, als Thomas Richter eine 47-seitige PDF-Preisliste ausdruckte. Im Flur der Gerhard Richter GmbH, einem mittelständischen Hersteller von Präzisionsdrehteilen, liefen rund 200 Exemplare aus dem Drucker – bestimmt für den Versand an Schlüsselkunden.

Das Unternehmen war wirtschaftlich stabil, die Kundenbeziehungen gewachsen. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich, dass zentrale Vertriebsprozesse nicht mehr zeitgemäß waren: Angebote wurden in Excel erstellt, Freigaben per E-Mail abgestimmt, Rückfragen telefonisch geklärt und Rechnungen postalisch versendet.

Fehler in Preislisten führten zu Reklamationen und zusätzlichem Abstimmungsaufwand. Gleichzeitig stiegen die Erwartungen der Kunden an Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Transparenz.

Dieser Zustand machte deutlich, dass ein struktureller Wandel notwendig ist.

Der Konflikt: Zwischen gewachsenen Prozessen und neuen Anforderungen

Die bestehenden Abläufe führten zu messbaren Ineffizienzen:

  • Ein Großteil der Angebote musste mehrfach überarbeitet werden
  • Hoher Anteil manueller Arbeit im Vertriebsinnendienst
  • Geringe Transparenz für Kunden zu Preisen und Verfügbarkeiten
  • Eingeschränkte Bestellmöglichkeiten außerhalb der Geschäftszeiten

Versuche, einzelne Lösungen einzuführen (z. B. CPQ-Tools oder Eigenentwicklungen), zeigten nur begrenzten Erfolg. Entweder waren sie zu komplex oder nicht ausreichend in bestehende Prozesse integrierbar. Die Herausforderung bestand darin, eine Lösung zu finden, die sowohl technisch als auch organisatorisch zum Unternehmen passt.


Der Wendepunkt: Einsatz der Shopware B2B Suite

Im Rahmen eines Workshops wurde die Shopware B2B Suite vorgestellt. Der entscheidende Unterschied lag darin, dass keine separate Systemlandschaft erforderlich war.

Stattdessen:

  • Nutzung der bestehenden Shopware-Instanz
  • Erweiterung um B2B-Funktionalitäten
  • Integration in bestehende Prozesse

Das reduzierte Komplexität und ermöglichte eine schrittweise Transformation.


Ein zentrales System statt fragmentierter Lösungen

Mit der Shopware B2B Suite wurde der Shop als zentraler Zugangspunkt ausgebaut.

Technische Grundlage:

  • eigener Sales Channel für B2B
  • individuelle Kundenzugänge
  • direkte Anbindung an bestehende Systeme

Kunden sehen nach dem Login:

  • ihre Preise
  • ihre Konditionen
  • ihre verfügbaren Produkte

Der Shop fungiert damit nicht nur als Bestellplattform, sondern als operatives Vertriebstool.


Kundenspezifische Preise und Preislogiken

Ein zentraler Baustein ist die Verwaltung von kundenspezifischen Preisen.

Funktionen:

  • individuelle Preislisten je Debitor
  • Staffelpreise und Rabatte
  • Anpassung über ERP-Systeme
  • automatische Aktualisierung im Shop

Preisänderungen werden systemseitig verarbeitet und stehen zeitnah im Shop zur Verfügung. Manuelle Verteilung von Preislisten entfällt.


Freigabe-Workflows im Einkauf

Die B2B Suite bildet typische Einkaufsprozesse ab:

  • rollenbasierte Rechtevergabe
  • mehrstufige Freigabeprozesse
  • Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen

Bestellungen können innerhalb des Systems zur Freigabe weitergeleitet werden. Die Kommunikation erfolgt strukturiert und dokumentiert.


Digitale Angebotserstellung

Die Angebotserstellung wurde weitgehend automatisiert.

Ablauf:

  • Kunden konfigurieren Produkte im Shop
  • Anfrage wird digital ausgelöst
  • System generiert ein Angebot mit aktuellen Konditionen

Vertriebsteams ergänzen nur noch individuelle Informationen.
Ergebnis: kürzere Bearbeitungszeiten und standardisierte Angebotsqualität.


Schnellbestellung und OCI-Anbindung

Für wiederkehrende Bestellungen wurden zusätzliche Funktionen integriert:

  • Quick-Order-Funktion für direkte Eingabe von Artikelnummern
  • OCI-Punchout für Integration in Kundensysteme (z. B. SAP)

Diese Funktionen reduzieren manuellen Aufwand und verbessern die Datenkonsistenz.


Ergebnisse im operativen Betrieb

Nach Einführung der Shopware B2B Suite zeigten sich klare Veränderungen:

  • hoher Anteil digital abgewickelter Bestellungen
  • reduzierte Fehlerquote bei Angeboten
  • geringerer manueller Aufwand im Vertrieb
  • schnellere Reaktionszeiten gegenüber Kunden

Der Online-Shop wurde zu einem zentralen Bestandteil des Vertriebsprozesses.


Bedeutung für die Vertriebsorganisation

Durch die strukturellen Änderungen verschoben sich Aufgabenbereiche:

  • weniger operative Verwaltung
  • stärkerer Fokus auf Kundenbetreuung und Geschäftsentwicklung
  • bessere Nutzung von Daten für Entscheidungen

Das System übernimmt standardisierte Aufgaben, während Mitarbeitende sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können.


Was sich aus dem Fall ableiten lässt

Die Einführung der Shopware B2B Suite zeigt, dass Digitalisierung im B2B-Umfeld nicht zwingend eine vollständige Systemneuerstellung erfordert.

Wesentliche Aspekte:

  • Nutzung bestehender Shopware-Infrastruktur
  • gezielte Erweiterung durch B2B-Komponenten
  • Integration mit ERP und bestehenden Prozessen
  • Reduktion manueller Arbeitsschritte


Fazit: Shopware B2B Suite als Grundlage für digitale Vertriebsprozesse

Die Umstellung auf die Shopware B2B Suite ermöglicht es, klassische Vertriebsprozesse zu digitalisieren und zu strukturieren.

Im konkreten Fall wurden:

  • Preislogiken automatisiert
  • Angebotsprozesse verkürzt
  • Einkaufsprozesse integriert
  • Datenflüsse verbessert

Damit entstand ein System, das bestehende Abläufe unterstützt und gleichzeitig effizienter gestaltet. Für Unternehmen mit komplexen B2B-Anforderungen bietet die Shopware B2B Suite eine skalierbare Grundlage, um Prozesse zu vereinfachen und besser an digitale Anforderungen anzupassen.

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Marco Nurr
Shopware-Consultant – keeen GmbH
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